Vom Alltäglichen zum Besonderen
Tip zum Ausprobieren
„Erinnere Dich, was es bedeutet, Du selbst zu sein.“
(Laura Pashby, nach Joan Didion)
Wir fotografieren, um uns zu erinnern – an Orte, Begegnungen, Stimmungen und Momente, die uns berührt haben.
Oft geht dabei alles sehr schnell: Wir sehen etwas Schönes, richten die Kamera darauf und drücken ab. So entstehen immer grössere Sammlungen von Bildern – und manchmal fragen wir uns später: Warum bedeutet mir dieses Foto eigentlich etwas? Oder eben nicht?
Ich glaube, unsere Bilder werden besonders, wenn wir verstehen, dass unsere heutigen Erlebnisse schon morgen Zeugnis sind unseres stetig weiterlaufenden Lebens – und unseres sich ständig verändernden Selbst.
Ein Foto vom Eiffelturm ist dann nicht nur „insta-tauglich“, sondern erzählt vielleicht auch:
Wie habe ich mich dort gefühlt?
Wer war ich in diesem Augenblick?
Spürst Du, wie aus einer losen Sammlung schöner Eindrücke plötzlich etwas Persönliches und Lebendiges wird?
Ein kleiner Tipp zum Ausprobieren:
Wenn Du das nächste Mal unterwegs bist oder etwas Schönes erlebst, fotografiere nicht nur die grosse Szene, sondern nimm Dir Zeit, und kombiniere mehrere Fotos zu einer kleinen persönlichen Geschichte:
1. Ein Bild von deiner Szene
2. Details der Szene
3. Personen oder Natur ‘in Action’
4. Porträts von Menschen oder ‘charaktervollen ‘ Gegenständen
5. Spuren von Deinem Hier-Sein im Moment - persönliche Gegenstände, Dein Stift auf der Postkarte, Deine Brille neben dem besonderen lokalen Getränk, das Buch, das Du gerade liest auf dem Cafétisch, eine Spiegelung von Dir im Fenster in Deinem heutigen Lieblingskleid
Warum das so gut funktioniert:
Du verbindest hier zwei kraftvolle Dinge miteinander: die Kunst des fotojournalistischen Erzählens – und die Fähigkeit unseres Unterbewusstseins, Erinnerungen mit Gefühlen zu verknüpfen.
Wo immer Spuren von Dir auftauchen, war Dein Hier-Sein lebendig. Dort verbindet sich der „schöne Ort“ mit dem Gefühl: So hat es sich angefühlt, dort ich zu sein.
Genau diese Verbindung speichert unser Unterbewusstsein mit ab – und sie ist es oft, die ein Foto Jahre später wieder lebendig werden lässt. Viel stärker als ein Selfie oder einfach nur ein schöner Anblick.
Das und vieles mehr besprechen wir in der Workshop-Serie ' Die Welt der Fotografie': 'Vom Alltäglichen zum Besonderen' ist sowohl Auftaktthema im ersten Workshop am 6.Juni als auch Begleitthema für alle folgenden Workshops.
Ergänzend werden über die Serie hinweg alle grundlegenden Bausteine für ein solides Fundament deines Könnens erarbeitet - Willkommen in der Welt der Fotografie!